Spiekeroog

21.12.2016

Spiekerooger Zeltplatz Residenz geht in die fünfte Runde: Zum ersten Mal gibt es eine Gewinnerin

 

Jury Zeltplatz-Residenz

v.l. Hannes Helmke, Stephan Baumkötter - Professor für Malerei an der Hochschule für Künste in Bremen, Birte Junge - Geschäftsführerin am Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg, Friederike Goedecke, Moritz Berg, Marcus Große (Gewinner des Vorjahres)

 

Spiekeroog/ Frankfurt, 21. Dezember 2016. Das Kunststipendium „Die Spiekerooger Zeltplatz Residenz“ wurde in diesem Sommer zum fünften Mal mit dem Thema „Willkommenskultur“ ausgeschrieben. Gesucht werden Künstler, die zu einem vorgegebenen Thema ihre Ideen einreichen. Der Gewinner wird dann im Sommer des Folgejahres für einen Monat die Künstlerresidenz auf dem Spiekerooger Zeltplatz beziehen, um sein künstlerisches Vorhaben umzusetzen.

 

Nun hat das Gremium getagt, um den Gewinner für 2017 auszuwählen. Dazu gehörten in diesem Jahr die Gründer des Spiekerooger Kunststipendiums Moritz Berg, ehemaliger Kultur- und Veranstaltungsbeauftragter der Insel, und der Kölner Bildhauer Hannes Helmke, außerdem wie bereits in den Vorjahren Friederike Goedecke, Inhaberin der Inselapotheke. Stephan Baumkötter, Professor für Malerei  an der Hochschule für Künste in Bremen, war bereits zum zweiten Mal Teil des Gremiums und Birte Junge, Geschäftsführerin am Institut für Chemie und Biologie des Meeres der Universität Oldenburg, komplettierte als Neuling die Runde. Das Stipendium sieht vor, dass der Vorjahressieger automatisch ins Gremium gewählt wird. So ergänzte der Potsdamer Künstler Marcus Große die Runde, der in diesem Jahr sein viel beachtetes Projekt „Spiekeroopia“ zum Thema „Reizklima“ auf der Insel realisierte.

 

Das Bewerberfeld für die Spiekerooger Zeltplatz Residenz war wie auch in den vergangenen Jahren bunt gemischt und die eingereichten Ideen wiesen eine hohe Qualität auf. Die Jury freute sich besonders darüber, die ersten drei Plätze in diesem Jahr an talentierte Künstlerinnen vergeben zu können, da in der Vergangenheit bisher ausschließlich männliche Künstler überzeugen konnten.

 

Die diesjährige Gewinnerin ist die aus München stammende Vera Nowottny, die aktuell eine Künstlerresidenz in Südamerika innehat. Vera Nowottny hat von 1988 bis 1991 zunächst eine Ausbildung zur Fotografin in Würzburg absolviert. Es folgten Auslandsaufenthalte in Santiago de Chile und den USA und von 1993 bis 1998 das Studium an der Fachhochschule Würzburg im Studiengang Kommunikationsdesign. 2009 bis 2013 promovierte sie im Fach Kunst und Design an der Bauhaus Universität in Weimar. Ihr Projektvorhaben „Leichte Bilder“ zum diesjährigen Thema „Willkommenskultur“ zielt auf eine bessere Verständlichkeit der deutschen Sprache und deren Regelwerk für Nicht-Muttersprachler ab. In der Praxis im Alltag des Inseldorfs angewandt, soll das Medium Fotografie und die daraus entstehenden Bilder die Beschilderungen und Infotafeln auf Spiekeroog für anderssprachige Menschen leichter verständlich machen, so die Grundidee. Dieses direkte und praktisch gedachte Projekt im Mikrokosmos von Spiekeroog zu testen und hier womöglich die Grundlage für ein aufgelockertes Zeichensystem zu schaffen, beeindruckte die Jury und die Verantwortlichen der Nordseebad Spiekeroog GmbH und der Gemeinde Spiekeroog. Der Spiekerooger Bürgermeister Matthias Piszczan betonte, dass es auch auf Spiekeroog Bürger gibt, deren Muttersprache nicht Deutsch ist. Die Idee der Künstlerin könne daher im Kleinen auf der Nordseeinsel ausprobiert werden, bevor sie auf größere Systeme übertragen werde.

 

Der zweite Platz ging an Josefine Rose Habermehl mit dem Projektvorhaben „Nach WILLen geKOMMEN sein“, die ebenfalls mit einer Idee zur Beschilderung der Insel unter dem Gesichtspunkt von Verboten und Geboten punkten konnte. Platz drei ging an die Projektidee „Naranath‘s Schloss“ der Künstlerin Antonia Nordmann aus Berlin. Bei diesem Projekt dreht sich alles um Formen menschlicher Gemeinschaft. Während des Stipendiums haben außerdem Künstler, Gäste und Insulaner gemeinsam an einer riesigen Sandburg gebaut, die dann durch die einsetzende Flut wieder zerstört wurde. Dabei stand nicht die Vollendung des Werks im Vordergrund, sondern die Freude an seiner Entstehung und die gemeinschaftliche Erfahrung.

 

Das Siegerprojekt soll im Juni 2017 auf der Insel Spiekeroog umgesetzt werden. Während dieser Zeit residiert und arbeitet die Künstlerin auf dem Insel-Zeltplatz und wird von dort aus die Beschilderung Spiekeroogs durch einfach verständliche Bilder ergänzen.

 

Die Ausschreibung für das Jahr 2018 wird im Sommer 2017 veröffentlicht, das Thema dafür steht bereits: „Paradies“. Auf die Einsendungen und Projekte zu diesem Thema freut sich das Gremium jetzt schon.

 

Für Inselinformationen und Unterkunftsanfragen: www.spiekeroog.de.  Presseinformationen und Fotos in hoher Auflösung stehen im neuen Pressbereich der Homepage zum Download bereit: www.spiekeroog.de/presse

 

Spiekeroog gehört zu den ostfriesischen Inseln im niedersächsischen Wattenmeer, hat eine Fläche von 18 Quadratkilometern und zählt ungefähr 800 Einwohner. Das staatlich anerkannte Nordseeheilbad verfügt über einen kilometerlangen feinen Sandstrand, kleine Wäldchen, eine reizvolle Dünenlandschaft und einen idyllischen Dorfkern. Auf der grünen Insel trübt nichts den unbeschwerten Naturgenuss, denn Spiekeroog ist autofrei.