Québec

20.8.2015

Farbenrausch beim Indian Summer in Québec

Frankfurt, 20. August 2015 – In wenigen Wochen ist es wieder soweit: Der Sommer neigt sich dem Ende und die Natur macht sich bereit für den Winterschlaf. Doch bevor es soweit ist, explodiert die Natur noch einmal in gewaltigen Gelb-, Rot- und Brauntönen – der Indian Summer ist da! Farblich gehört der Indian Summer wohl zu den schönsten Jahreszeiten in der Provinz Québec und im Gegensatz zu den oft überlaufenen Neuengland-Staaten in den USA herrscht in Kanadas Osten schon ruhige Nebensaison.

Europäer sind von der Farbenvielfalt und -pracht meist überwältigt, denn allein in Québec gibt es rund 20 verschiedenen Ahorn- und neun Eichenarten und jede von ihnen prunkt im Herbst mit unterschiedlichen Farbnuancen. Auch die Weite der Wälder und der Kontrast zwischen bunten Blättern und dem strahlend blauen Himmel ziehen die Besucher in ihren Bann. Überall in der Provinz stehen die Bäume wie flammende Fackeln am Straßenrand.

Im „Parc National de la Jacques-Cartier“ lässt sich das Farbspektakel beispielsweise vom Boot aus bestaunen. Der rund 40 Kilometer nördlich von Québec City gelegene Nationalpark liegt am Flusstal des Rivière Jacques-Cartier und eignet sich deshalb hervorragend für Kanu, Kajak und Schlauchboot-Touren. Im Park können aber auch Fahrräder für eine ausgedehnte Tour durch die Wälder gemietet werden.

Eine Fahrt entlang des St. Lorenz zur Gaspésie-Halbinsel ist im Herbst besonders lohnenswert. Dort erwarten den Besucher steile Klippen an der Mündung des Stromes in den Atlantik, altertümlich anmutende malerische Dörfer und einsame, farbenprächtige Wälder im Lan­desinneren. Von Québec City führt die Route 132 durch alte Bauerndörfer am St. Lorenz ostwärts zur Gaspésie. Bis in den Oktober hinein kön­nen im mehr als 30 Kilometer breiten Strom noch Grau- und Belugawale und sogar seltene Blauwale gesichtet werden.

Einsame Leuchttürme, traditionelle Dörfer und lange Strände säumen den Weg nach Osten. Ab Matane wird die Küste rauer und die von rotem Herbstlaub überzogenen Bergzüge der ChicChoc Mountains rücken näher an den Strom heran. Das gebirgige Hochland, eine der ältesten Berg­ketten Nordamerikas, ist Lebensraum für Elche, Bären und Karibous - und herrliches Wandergebiet. Im Forillon-Nationalpark an der Ostspitze der Gaspésie-Halbinsel tauchen die Berge schließlich ins Meer. Fast 200 Meter hohe Kalksteinklippen türmen sich über den Brechern des Atlantiks.

Der Herbst bedeutet auch feiern: In den ländlichen Regionen der Provinz Québec starten überall die lebendigen Herbstfeste; in den großen  Obstanbaugebieten südlich von Montréal werden Äpfel geerntet und süßer Most gekeltert - "Cidre" heißt er hier in guter französischer Tradi­tion. Auch das Erntedankfest der Kanadier fällt in diese bunten Blättertage. Am zweiten Montag im Oktober treffen sich traditionell die Großfamilien zum Truthahnessen und zu Familienausflügen in die herbstlichen Wälder