HessenAgentur

23.1.2013

Närrisches Treiben in Hessen

 

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,

die fünfte Jahreszeit nähert sich ihrem Höhepunkt und somit naht akute Krawattengefahr und Narrenfreiheit. Ob Umzüge, Männerballett, Fastnachtssitzungen – Hessen ist an der Karnevalsfront mit dabei. Der Reiz der hessischen Fastnacht liegt in den lokalen Besonderheiten, die die kulturelle Vielfalt des Landes widerspiegeln. Hier stellen wir die schönsten närrischen Traditionen in Hessen vor:

 

++ Vogelsberger Faschingshochburg Herbstein: 12 Männer in Lederhose und Dirndl ++
Einer der ungewöhnlichste Rosenmontagszüge Hessens wartet in Herbstein auf seine Besucher: In dem osthessischen Ort feiert man die „Foaselt“ – eine rheinische Fastnacht mit alpinem Kern. Beim traditionellen Springerzug tanzen die Springer, die vom „Bajazz“ angeführt werden, in bestimmter Schrittfolge durch die Straßen. Die zwölf Männer – die eine Hälfte in Lederhosen steckend, die andere im Dirndl als Frau verkleidet – marschieren dem Umzug voraus und bestimmen mit ihren Sprüngen das Tempo. Ihre Tracht mit ihren alpenländischen Anklängen soll auf Tiroler Arbeiter zurückgehen, die sich 1672 zur Ausbesserung der Stadtmauer in Herbstein aufhielten. Der Springerzug zählt zu den ausgefallensten Fastnachtsbräuchen Deutschlands und ist weit über die hessischen Grenzen bekannt – so traten die Springer sogar schon bei der New Yorker Steuben-Parade auf. Herbstein hat dem Treiben eine eigene Ausstellung gewidmet, die im Fastnachts- und Statt-Museum zu bewundern ist. Weitere Informationen unter www.herbstein.de.

 

++ Achtung – Strohhalm im Glas: Fastnacht in Kiedrich ++
Abenteuerlich maskierte Gestalten ziehen am Donnerstag, den 7. Februar 2013, durch die Wirtshäuser in der Rheingau-Gemeinde Kiedrich. Die „Schnorrer“ unterhalten die Gäste mit allerlei Schabernack. Wer sich zu sehr von ihnen ablenken lässt, hat sofort einen Strohhalm im Glas. Ob Bier, Wein oder Saft – der „Schnorrer“ darf das Getränk austrinken. Das zügellose Treiben erinnert an Zeiten, als die Tagelöhner nach der Weinlese von Haus zu Haus zogen und um milde Gaben heischten, woraus sich dann immer wildere Gelage entwickelt haben sollen. Heutzutage müssen sich die „Schnorrer“ vorab bei einer Jury anmelden – die besten Kostümierungen und der Unterhaltungswert der Auftritte werden bewertet und prämiert. Die Preisträger dürfen dann beim Rosenmontagszug mitmarschieren. Weitere Informationen unter www.kiedrich.de.

 

++ In Schlafanzug und Pantoffeln: Guten Morgen Seligenstadt++
Seligenstadt blickt auf eine der ältesten, schriftlich nachweisbaren Faschingsüberlieferung zurück: Seit 1566 finden die „Scherzspiele“, bei denen sich Bürger als Mönche verkleiden, statt. Der erste Straßenumzug steht für das Jahr 1859 in den Annalen. Seit 1897 ziehen junge Burschen, nur bekleidet mit Schlafanzug und Pantoffeln, frühmorgens durch die Gassen, um laut rufend das Prinzenpaar und die Teilnehmer für den Rosenmontagszug zu wecken. Wer mehr von den närrischen Traditionen erfahren will, besucht das Fastnachtmuseum, das in einem 600 Jahre alten Fachwerkhaus untergebracht ist. Der große Schauraum dokumentiert die Seligenstädter Fastnacht von 1897 bis heute mit historischen Dokumenten, Kostümen, Fotos, Masken und allerlei Zubehör wie Zugplaketten und Präsenten von Prinzenpaaren. Weitere Informationen unter www.seligenstadt.de.

 

++ Bürgermeister & Magistrat in Ketten: Fasching in Naumburg ++
Die tollen Tage beginnen im nordhessischen Naumburg am Fastnachtssamstag mit dem Marsch der Narren von Haus zu Haus. Hierbei werden Ständchen gespielt sowie Würste und Spenden gesammelt. Am Vormittag des Rosenmontags erfolgt dann der Sturm auf das Rathaus: Bürgermeister, Magistrat und Bedienstete der Stadt werden in Ketten abgeführt. Erst durch großzügige „Lokalrunden“ können sie sich wieder freikaufen. Anschließend startet der große Umzug, der längst zu einem überregionalen Ereignis geworden ist. Weitere Informationen unter www.stadt-naumburg.info.

 

++ Größter Fastnachtsumzug in Hessen: In Frankfurt gibt’s neben Kamellen „Grüne Soße“ und Rippchen++
Am Fastnachtssonntag startet in Frankfurt um 13.11 Uhr Hessens größter Fastnachtsumzug. Rund 3.200 Teilnehmer und 225 Zugnummern, darunter 40 Motiv- und 50 Komiteewagen sowie 25 Kapellen und fast 50 Garden, ziehen vom Mainufer durch die Innenstadt. Auf dem Weg zum Römer sammelten sich in den vergangenen Jahren knapp 400.000 Menschen, um den Weg der Narrenschar zu beobachten. Besucher können sich hier nicht nur über die üblichen Kamellen freuen – in Frankfurt werden auch die bekannte Frankfurter Grüne Soße in Packungen oder eingeschweißte Rippchen geworfen. Wem das noch nicht reicht, kann sich am Faschingsdienstag auch im Frankfurter Stadtteil Heddernheim in das närrische Getümmel stürzen. Der Zug startet traditionell um 15:11 Uhr und schlängelt sich durch die engen Gassen von „Klaa Paris“ – wie Heddernheim genannt wird. Weitere Informationen unter www.frankfurt-tourismus.de.

 

++ Fastnacht uff de Gass: Umzug in Wiesbaden++
In der hessischen Landeshauptstadt wird seit 1859 offiziell die fünfte Jahreszeit gefeiert. In diesem Jahr sind die Narren vom 7. bis 13. Februar in Wiesbaden unterwegs. Los geht es am Donnerstag mit der traditionellen Altweiberfastnacht in der Altstadt. Zahlreiche Närrinnen und Narren bevölkern die Innenstadt, um den Beginn der Wiesbadener Fastnacht ausgiebig zu feiern. Am Fastnachtsonntag, 10. Februar, wartet dann der über die Grenzen der Stadt hinaus bekannte Wiesbadener Fastnachtsumzug. Weitere Informationen unter www.wiesbaden.de.

 

++ Eine Maharani regiert: Karnevalshochburg Fulda ++
Die katholisch geprägte Dom- und Barockstadt Fulda ist eine echte Karnevalshochburg und blickt auf eine über 500-jährige Tradition zurück: 1508 wurde die „Fuldaer Foaset“ erstmals in einer Gerichtsakte urkundlich erwähnt. Heute wird sie gemeinschaftlich von insgesamt 13 Karnevalsvereinen organisiert, an deren Spitze die Fuldaer Karnevalsgesellschaft steht. Die übrigen zwölf Vereine werden als Randstaaten bezeichnet. Als Fuldaer Besonderheit haben die Randstaaten ein bestimmtes Vereinsthema, das meist auf die Stadtviertel, aus denen sie stammen, zurückgeht. So wird das Ostend traditionell von indischen Kostümen geprägt und zur Karnevalszeit von einem Bahadur oder einer Maharani regiert. Der Höhepunkt ist der Fuldaer Rosenmontagszug, zu dem jedes Jahr rund 70.000 Besucher erwartet werden. Weitere Informationen unter www.tourismus-fulda.de.

 

++ Odenwälder Tradition – Darsberger Fastnachtsrad vertreibt böse Geister++
Neben den größeren Fastnachtsumzügen in Erbach und Michelstadt sorgt im hessischen Odenwald der kleine Neckarsteinacher Ortsteil Darsberg jedes Jahr für Aufsehen: denn hier hat das Abbrennen eines Fastnachtsrads eine lange Tradition. Ergänzt wird der alte Brauch seit vielen Jahren durch einen Hexenumzug. Am Fastnachtsdienstag sammeln sich Hexen und Guggenmusiker um 18 Uhr auf dem Dorfplatz, um gemeinsam zum Dorfeingang zu ziehen. Hier wird dann das Feuerrad entzündet. Dieses soll die bösen Geister vertreiben und den Winter verbrennen. Weitere Informationen unter www.darsberg.com.

 

Termine für weitere Fastnachtsveranstaltungen und Umzüge finden Interessierte unter http://www.hessen-tourismus.de/de/service/veranstaltungen.

Bei Fragen und für weitere Informationen stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.

 

Herzliche Grüße

Über Tourismus in Hessen:
Im Zentrum Deutschlands gelegen bieten die hessischen Regionen und Städte attraktive Urlaubs- und Freizeitmöglichkeiten für Wanderer, Radfahrer, Kultur- und Naturliebhaber, Erholungssuchende und Familien. Fachwerkidylle und Großstadtflair, über 3.300 Kilometer Hessische Radfernwege, unzählige Kulturveranstaltungen, 30 Kur- und Heilbäder, über 2.100 Kilometer qualitätsgeprüfte Wanderwege, sieben Mal UNESCO Welterbe, Burgen, Schlösser und Museen in Hülle und Fülle – Hessen ist ein Land der Kontraste. Weitere Informationen unter: www.hessen-tourismus.de.

 

Pressekontakt:
Global Communication Experts GmbH
Doris Palito Schneider
Hanauer Landstraße 184
60314 Frankfurt am Main
Tel.: + 49 69 175371-046 / -030
E-Mail: presse.hessen-tourismus@gce-agency.com
Internet: www.gce-agency.com